Fuchsmanguste
Cynictis penicillata 
 

Fuchsmangusten (Cynictis penicillata) fristeten in menschlicher Obhut über viele Jahre ein Schattendasein. Sowohl in zoologischen Einrichtungen als auch bei privaten Haltern wurden sie – anders als ihre deutlich bekannteren Verwandten, die Erdmännchen (Suricata suricatta) – nur selten gepflegt. Entsprechend gering war ihr Bekanntheitsgrad im Vergleich zu Arten wie dem Erdmännchen oder der Zebramanguste.

Inzwischen hat sich dies jedoch spürbar geändert. Aktuell werden Fuchsmangusten in Deutschland in rund zehn Zoos und Tiergärten gehalten, wo sie sich zudem erfolgreich vermehren. Damit belegen sie innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) immerhin Platz vier der beliebtesten Arten in deutschen Zoos. Häufiger vertreten sind lediglich die Erdmännchen, die mit über 50 Haltungen unangefochten an der Spitze stehen, sowie Zebramangusten (Mungos mungo) und Zwergmangusten (Helogale parvula). Auch in privater Haltung erfreuen sich Fuchsmangusten zunehmender Beliebtheit.

Ihren deutschen Namen verdankt die Fuchsmanguste ihrem fuchsähnlichen Erscheinungsbild. Besonders der ausgeprägt dreieckige Kopf erinnert an einen Fuchs. Trotz dieser Ähnlichkeit sind Mangusten als Vertreter der Katzenartigen (Feloidea) nur sehr entfernt mit den zu den Hundeartigen (Canoidea) zählenden Füchsen (Vulpini) verwandt. Die kurzen, abgerundeten Ohren sowie der im Vergleich zu anderen Mangustenarten auffallend buschige Schwanz verstärken den fuchsartigen Eindruck zusätzlich.

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 27 bis 38 Zentimetern und einem 18 bis 28 Zentimeter langen Schwanz erreichen Fuchsmangusten in etwa die Größe von Erdmännchen. Auch das Körpergewicht ist mit 450 bis 850 Gramm vergleichbar.

Die Fellfärbung variiert je nach Unterart, von denen – je nach Autor – bis zu zwölf unterschieden werden. Tiere aus südlichen Verbreitungsgebieten zeigen meist eine rötlich-gelbe Färbung, während nördliche Populationen eher gelbgrau erscheinen. Häufig treten Übergangsformen auf, was eine eindeutige Unterartbestimmung erschwert. Zusätzlich scheint es bei einigen Fuchsmangusten einen saisonalen Fellwechsel zu geben: Im Sommer ist das Fell oft intensiver rötlich, während es im Winter insgesamt blasser wirkt.

Fuchsmangusten sind im südlichen Afrika beheimatet. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südafrika, Namibia und Botswana, sie kommen jedoch auch in Simbabwe sowie im südlichen Angola vor..

 

Ähnlich wie Erdmännchen bevorzugen Fuchsmangusten offene Savannen- und Halbwüstenlandschaften. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass beide Arten gemischte Gruppen bilden. Überraschender erscheint hingegen ihre Vergesellschaftung mit Borstenhörnchen (Xerini), ein Verhalten, das ebenfalls von Erdmännchen bekannt ist. Dass sich ein Nagetier freiwillig mit einem fleischfressenden Säuger zusammenschließt, wirkt zunächst ungewöhnlich, doch offenbar genießen die Hörnchen innerhalb dieser Lebensgemeinschaft eine gewisse „Immunität“.

Die Nagetiere graben ausgedehnte unterirdische Baue, die anschließend von den Mangusten genutzt werden. Zwar sind Fuchsmangusten grundsätzlich in der Lage, eigene Baue anzulegen, bevorzugen jedoch häufig verlassene Höhlen von Erdhörnchen oder Springhasen. Der Bau bildet den zentralen Lebensraum der Gruppe, die meist aus vier bis zwölf Tieren besteht. Hier spielt sich das gesamte soziale Leben ab.

Die tagaktiven Mangusten verbringen die Nacht im Bau und verlassen ihn kurz nach Sonnenaufgang zur Nahrungssuche. Ihre Hauptnahrung besteht aus Insekten, daneben erbeuten sie auch kleinere Nagetiere und Vögel. Eier gehören ebenfalls zum Nahrungsspektrum und werden auf die für Mangusten typische Weise geöffnet, indem sie mit den Hinterbeinen gegen Steine geschleudert werden.

Weibliche Fuchsmangusten bringen ein- bis zweimal jährlich Nachwuchs zur Welt. Ein Wurf umfasst ein bis vier Jungtiere, wobei in freier Wildbahn meist zwei Junge geboren werden. Die Tragzeit beträgt etwa 60 bis 64 Tage und entspricht damit derjenigen der Erdmännchen.

Im Gegensatz zu diesen ist die soziale Struktur bei Fuchsmangusten weniger strikt hierarchisch organisiert. Dadurch können auch rangniedrigere Weibchen erfolgreich Junge aufziehen. Nach sechs bis acht Wochen sind die Jungtiere selbstständig, verbleiben jedoch noch einige Zeit in der Familiengruppe, bevor sie abwandern. Mit etwa einem Jahr erreichen sie die Geschlechtsreife.

In freier Wildbahn erreichen viele Fuchsmangusten dieses Alter jedoch nicht, da sie häufig Fressfeinden wie großen Greifvögeln zum Opfer fallen oder an Nahrungsmangel sterben. Während die Lebenserwartung in der Natur selten zehn Jahre übersteigt, können Fuchsmangusten in menschlicher Obhut bis zu 15 Jahre alt werden.

Fortpflanzung

Lebensraum und Verhalten

Fuchsmangusten und Menschen

Obwohl Fuchsmangusten bevorzugt in Savannen und Halbwüsten leben, sind sie durchaus auch in der Nähe menschlicher Siedlungen anzutreffen. Sie besiedeln Parks, Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Durch ihre Grabtätigkeit können sie Ackerland schädigen, was sie bei Farmern wenig beliebt macht. Aus diesem Grund werden sie in manchen Regionen regelmäßig durch Begasung ihrer Baue bekämpft.

Auch allgemein gelten sie in der Nähe menschlicher Ansiedlungen häufig als unerwünscht, obwohl sie als effektive Mäusejäger durchaus nützlich sein können. Besonders in Südafrika werden Fuchsmangusten jedoch als bedeutende Überträger der Tollwut angesehen und daher mit Giftködern oder durch Begasen ihrer Höhlen bejagt.

Bewundert wird hingegen ihre Furchtlosigkeit gegenüber gefährlichen Tieren wie Schlangen und Skorpionen. In Namibia hält sich daher der Glaube, dass die Anwesenheit von Fuchsmangusten die gefürchtete Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis), eine der gefährlichsten Giftschlangen der Welt, fernhalten könne.

Haltung in Zoos

In deutschen Zoos standen Fuchsmangusten lange Zeit zu Unrecht im Schatten bekannterer Arten. In den letzten Jahren hat sich dies jedoch deutlich geändert. Zoos wie Dortmund, Halle oder Hannover präsentieren diese attraktive Mangustenart inzwischen regelmäßig.

Eine besondere Form der Haltung zeigt der Zoo Schwerin, wo Fuchsmangusten gemeinsam mit Erdmännchen und Löwen (Panthera leo) vergesellschaftet werden. Diese Kombination belebt die Anlage spürbar, da Löwen bekanntlich einen Großteil des Tages ruhen. Gleichzeitig ermöglicht sie beiden Mangustenarten, ihr arttypisches Wachsamkeitsverhalten auszuleben, was insbesondere für die intelligenten Mungos eine wertvolle Beschäftigung darstellt. Über im Boden des Löwengeheges angelegte Fluchttunnel können sich die Mangusten jederzeit vor den Raubkatzen in Sicherheit bringen.

Unverzichtbar ist dabei ein separates Innengehege, das den Mangusten jederzeit zur Verfügung steht und mit UV-Licht sowie bei Bedarf zusätzlicher Infrarotstrahlung ausgestattet ist.

Dass solche Vergesellschaftungen auch Risiken bergen, zeigte sich im Zoo Basel. Dort wurde die gemeinsame Haltung von Fuchsmangusten und Löwen abgebrochen, nachdem wiederholt Tiere in die Löwenstallungen gelangt waren und dabei Verluste entstanden.

Im Zoo Dresden werden Fuchsmangusten zudem erfolgreich gemeinsam mit Zebramangusten und Mandrills (Mandrillus sphinx) gehalten.

Ausssehen und Verbreitung

Auch bei engagierten privaten Haltern sind Fuchsmangusten inzwischen häufiger anzutreffen. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Körpergröße lassen sie sich gut halten und vermehren sich bei geeigneten Bedingungen meist problemlos.

Das Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren schreibt für ein Paar Fuchsmangusten eine Mindestgehegegröße von 12 m² vor. Für jedes weitere Tier sind zusätzlich 2 m² einzuplanen. Da Fuchsmangusten nicht winterhart sind, ist ein ausreichend großes, beheizbares Innengehege zwingend erforderlich. Ein Außengehege ist vor allem in den Sommermonaten sinnvoll, da die Tiere frische Luft sehr schätzen und dieses intensiv nutzen.

Auch im Winter können sie bei trockener Kälte zeitweise das Außengehege aufsuchen, sofern ihnen jederzeit ein warmer Innenraum zur Verfügung steht. Bei nasskaltem Wetter ziehen sie sich hingegen meist in den klimatisierten Innenbereich zurück. Um den Aufenthalt während der kalten Jahreszeit angenehmer zu gestalten, sollten witterungsgeschützte Liegeplätze sowie Wärmestrahler angeboten werden.

Als Bodengrund hat sich Sand bewährt. Im Innenbereich sollte die Schicht etwa 15 bis 20 cm betragen, insbesondere wenn ein Außengehege vorhanden ist, in dem die Tiere ausgiebig graben können – was zugleich der Krallenpflege dient. Um ein Untergraben des Außengeheges zu verhindern, ist eine entsprechende Sicherung notwendig, etwa durch eingegrabenen verzinkten Draht. Dauerhafter und sicherer sind jedoch betonierte Bodenplatten oder Gehwegplatten, die mit einer 50 bis 100 cm starken Bodenschicht bedeckt werden. In jedem Fall ist auf eine gute Drainage zu achten, um Staunässe zu vermeiden.

Aus diesem Grund eignet sich auch ein Torf-Sand-Gemisch als Bodengrund, wobei scharfkantige Sandsorten vermieden werden sollten. Einige Halter bevorzugen eine geringere Bodendicke, um das Risiko einstürzender Gangsysteme zu minimieren. Ein sinnvoller Kompromiss besteht darin, nur einen Teil des Geheges mit einer dicken Grabeschicht auszustatten.

Fuchsmangusten sind äußerst neugierige und intelligente Tiere, weshalb ihr Gehege abwechslungsreich und beschäftigungsreich gestaltet sein sollte. Große Steine dienen gerne als Aussichtspunkte, während Wurzelstöcke und Baumstämme ideale Einrichtungselemente darstellen. Hohle Baumstämme werden ebenso wie einfache Kisten gerne als Rückzugsorte genutzt.

Die Einstiegöffnung solcher Boxen sollte etwa 10 cm Durchmesser haben und rund 10 cm über dem Boden angebracht sein. Dies verhindert, dass Jungtiere versehentlich herausfallen. Um die Reinigung zu erleichtern, empfiehlt es sich, auf feste Bodenplatten in den Schlaf- und Ruheboxen zu verzichten.

Wer eine besonders naturnahe Gestaltung anstrebt, kann mit etwas handwerklichem Geschick einen künstlichen Erd- oder Termitenhügel als Bau für die Mangusten anlegen. Dabei sollte jedoch stets ein gut zugänglicher Reinigungszugang eingeplant werden.

Haltung in Privathand

Gehegegestaltung

Bei der Wahl des Futters sind Fuchsmangusten nicht wählerisch. Als Grundfutter sind Eintagsküken und Mäuse gut geeignet und werden gerne angenommen. Daneben können Heuschrecken und Mehlwürmer angeboten werden. Werden diese in mit Heu gefüllten Kartons angeboten, die nur über zwei kleinere Öffnungen verfügen, sind sie auch eine ideale Beschäftigung für die neugierigen Mangusten. Hart gekochte Eier sind eine gute Ergänzung des Futterplans, wobei man dabei die mangustentypische Schleudertechnik zum Öffnen der Schale beobachten kann. In geringen Mengen an auch Katzen- oder Hundefutter gereicht werden, im Sinne der Zahngesundheit sollten aber nur Sorten ohne Karamell verfüttert werden. Obwohl Fuchsmangusten Carnivoren sind, fressen sie auch süßes Obst. Bananen, Trauben, überreife Birnen oder Melonen sind dabei der echte Renner und können zur Erweiterung des Speiseplans und zur Sicherstellung der Vitaminversorgung gereicht werden.

Fütterung

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