Akazienmaus
Grammomys caniceps
Auch wenn der Name es suggeriert, Akazienmäuse sind nicht näher mit den Akazienratten verwandt. Dennoch kommen beide im östlichen Afrika vor und die Lebensweise einiger Arten der Gattung Grammomys ähnelt denen der Thallomys. Allerdings gibt es bei den Akazienmäusen eine Anzahl Arten, die nicht oder nur selten auf Bäume klettert und sich lieber im hohen Gras oder Buschwerk aufhalten.
Andere Arten bevölkern die Mangrovenwälder der Küsten und Flüsse. Grammomys caniceps kommt vor allem in Kenia, aber auch in Tansania vor. Dort lebt sie in ähnlichen Lebensräumen wie Thallomys paedulcus. Anders als die nur wenig größere Akazienratte lebt G. caniceps aber eher solitär, Familiengruppen bestehen meist nur aus einem Muttertier mit Jungen.
Die Nahrung frei lebender Akazienmäuse besteht aus Knospen, Nüssen, Beeren, Blumen und anderem vegetarischen Material. Ergänzt wird der Speiseplan durch Insekten.

Grammomys caniceps gehört zu den gut kletternden Arten innerhalb der Gattung Grammomys, was bei der Einrichtung des Käfigs bedacht werden sollte. Die Tiere sollten deshalb in Käfigen untergebracht werden, die höher als breit sind. Ein Mindestmaß von 60x50x50cm (HxBxT) sollte nicht unterschritten werden.
Die Gestaltung des Käfigs sollte das Kletterbedürfnis der Akazienmaus befriedigen. Einige dickere Stämme, aber auch dünnere elastische Äste von Obstbaum, Birke oder Weißdorn schaffen den Tieren ein möglichst naturnahes Zuhause. Eine oder besser mehrere Höhlen (z.B. Wellensittichnistkästen) sollten den Tieren als Unterkunft geboten werden. Für den Nestbau werden Heu oder Stroh, aber auch Blätter verwandt. Als Bodeneinstreu hat sich bei mir eine ca. 10cm dicke Schicht Nagerstreu bewährt.
Akazienmäuse sollten mindestens paarweise gehalten werden. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dieser Art, hat sich gezeigt, dass auch eine Gruppenhaltung möglich ist. Selbst bei einer Haltung von mehr als 7 Tieren kam es nicht zu ernsthaften Streitigkeiten. Diese Erfahrung betrifft bisher allerdings nur Tiere, die aus einer Familien stammen (Eltern mit entsprechenden Jungtieren). Das Hinzufügen von fremden Tieren in eine solche Gruppe hat sich jedoch als schwierig erwiesen und musste mehrfach abgebrochen werden.
Um Langeweile bei den Tieren zu vermeiden, kann man sich immer wieder neue Möglichkeiten ausdenken, mit denen sich die Tiere die Nahrung erarbeiten müssen. Obststücke an Schaukeln, Nüsse in Astlöcher, Mehlwürmer in einer Schale mit Walderde sorgen dafür, dass die Tiere immer wieder neue Aufgaben bewältigen müssen.
Bei richtiger Pflege werden Akazienmäuse dann relativ schnell zahm und nehmen dem Pfleger Leckerbissen direkt aus der Hand.

In freier Wildbahn ernähren sich Akazienmäuse von Knospen, Blätter, Beeren und Früchte, aber auch Insekten. In Menschenobhut sollte als Grundfutter ein Gemisch aus Wellensittichfutter und Hamsterfutter angeboten werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Mischung nur einen geringen (oder gar keinen) Anteil an Sonneblumenkernen und anderen fetthaltigen Sämereien enthält, da Gesundheitsschäden bei dauerhaft zu fettreicher Ernährung nicht auszuschließen sind.
Neben dem Grundfutter kann jegliches Obst und Gemüse verfüttert werden. Dabei bevorzugen meine Mäuse die eher süßen Obstsorten wie Melone, Banane, Birne, etc..
Tierisches Eiweiß kann in Form von Insektenfutter, Eifutter oder ähnlichem gereicht werden. Dennoch sollten regelmäßig auch lebende Futtertiere (z.B. Mehlwürmer, Heuschrecken) angeboten werden, um den Tieren Abwechslung zu bieten. Wichtig ist bei der Gabe von Futtertieren darauf zu achten, dass diese vorher entsprechend gefüttert wurden, denn nur optimal versorgte Futtertiere stellen eine echte Erweiterung des Futterplans dar.
Wasser sollte den Akazienmäusen immer zur Verfügung stehen. Zwar sind keine Fälle von Kannibalismus bei Wassermangel dokumentiert, wie dies für Akazienratten und Knirpsmäuse der Fall ist, doch scheinen Akazienmäuse einen ähnlich hohen Wasserbedarf wie die letztgenannten Arten zu haben.

Wenn Ernährung und Unterbringung stimmen, lässt der Nachwuchs meist nicht lange auf sich warten. Nach einer Tragzeit von ca. 24 Tagen (andere Autoren nennen 28-29 Tage) bringt das Weibchen zwischen 2 und 8 Jungtiere zur Welt, die nach ca. 30 Tagen selbstständig sind und dann von den Eltern getrennt werden sollten, um Aggressionen zu vermeiden. Nach ca. 50-70 Tagen sind die Jungen dann ihrerseits geschlechtsreif.
Bei der Fortpflanzung zeigen Akazienmäuse eine klare jahreszeitliche Periodizität. Würfe fallen meist nur in den Monaten Oktober bis Februar, was der Regenzeit in ihrem natürlichen Lebensraum entspricht.
Mein Weibchen hat bisher maximal zwei Jungtiere geworfen, die sich fest an die Zitzen des Weibchen ansaugten und dann vom Weibchen mitgeschleift wurden. Ab einem Alter von ca. 3 Wochen. wurden die Jungtiere auch schon einmal für kurze Zeit im Nest zurückgelassen. Aufgrund meiner Beobachtungen halte ich Würfe von mehr als vier Jungtieren für zweifelhaft, da es dann für das Weibchen kaum möglich sein wird, alle Jungtiere an den Zitzen festgesaugt zu transportieren.
Zucht
Ernährung

Zucht
Die Vorraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist ein harmonierendes Paar. Was sich trivial anhört, bereitet allerdings vielen Züchtern Probleme, den oftmals bleiben Paare, die augenscheinlich harmonieren, ohne ersichtlichen Grund ohne Nachwuchs. In einem solchen Fall hilft es meistens, einen der Partner auszutauschen. In einigen Fällen reicht es aber auch aus, dass Männchen für 1 – 2 Wochen aus dem Gehege zu entfernen, um den Paarungstrieb auszulösen. Bei der Zusammenstellung von Paaren sollte auf Unterartenreinheit geachtet werden, dass heißt, es sollten nur Tiere miteinander verpaart werden, die die gleiche Färbungsvariante auf-weisen. Im Hinblick auf das einfachere Handling, sollten zudem nur solche Tiere in der Zucht Verwendung finden, die sich ohne Probleme verpaaren lassen. Hat sich ein Paar aber erst einmal zusammengefunden, lässt der erste Wurf meist nicht länger auf sich warten.
Zum Paarungsverhalten der Fettschwanz-Rennmaus gehört ein ritualisierter Kampf, bei dem beide Partner auf den Hinterbeinen stehen und mit den Vorderpfoten miteinander ringen, wo-bei sie deutlich Quietschen. Ist das Weibchen nicht in Paarungsstimmung, dreht es sich um und bewirft das Männchen mit Einstreu, die es mit den Hinterbeinen schleudert. Ist die Paa-rung erfolgt, werden nach 19 – 22 Tage die Jungen geboren, wobei die Wurfgröße zwischen 3 und 9 Jungtieren schwanken kann. Mit 3 – 4 Wochen werden die Jungen selbstständig, verbleiben aber noch im Familienverbund.
In vielen Fällen vertreibt das Weibchen das Männchen während der Aufzucht aus dem ge-meinsamen Nest. Solange es dabei nicht zu ständigen Attacken gegen das Männchen kommt, ist dies kein Anlass zur Sorge. Bemerkt man jedoch ernsthafte Verfolgungsszenen, ist es bes-ser, das Männchen aus dem Gehege zu entfernen. Da es inzwischen ausreichend friedliche Weibchen gibt, sollten solch aggressiven Tiere nicht mehr zur Zucht verwandt werden.
Leider kommt es manchmal auch dazu, dass die Weibchen die Jungtiere fressen. Die Ursachen können unerfahrene Weibchen, mangelnde Eiweißversorgung oder die Störung des Weibchens im Nestbereich sein. Tritt dieses Verhalten mehr als einmal aus und wurden alle möglichen Fehlerquellen beseitigt, muss das betreffende Tier aus der Zucht genommen werden. Auch eventuell über Ammenaufzucht gerettete Jungtiere sollten nicht zur Zucht verwandt werden, um eine mögliche Vererbung des Verhaltens zu verhindern.

Haltungserfahrung
Leider ist die Akazienmaus in Europa inzwischen ganz aus der Haltung in Menschenobhut verschwunden.
