Zwergmanguste

Zwergmanguste
Helogale parvula

Haltung - Fütterung - Zucht
Der Zwergmungo ist der kleinsten Vertreter der Mangusten. Er erreicht eine Kopfrumpflänge von nur 25 cm; hinzu kommen 20 cm Schwanz. Die Fellfarbe ist, je Unterart, braunrot bis grau, wobei der Schwanz etwas dunkler erscheint. Mit einem Gewicht von durchschnittlich 330 g sind die männlichen Zwergmungos etwas schwerer als die Weibchen, die ein Gewicht von ca. 315 g erreichen.
Die Gestalt der kleinen Mungos ist marderartig, ihr Kopf ist jedoch kleiner und besitzt eine spitzere Schnauze, ihre Nase ist unpigmentiert. Der Kopf der Weibchen ist etwas kleiner als der Kopf der männlichen Mungos. Mit ihren rundlichen Ohren, deren Gehörgang die Mungos mittels eines Knorpellappens verschließen können, sind sie in der Lage auch kleinste Geräusche wahrzunehmen.
Das Gebiss der kleinen Mungos weist eine Spezialisierung auf die Hauptnahrungsquelle Insekten auf. Neben Termiten, Grillen, Käfern und deren Larven wer-den auch Skorpione nicht verschmäht. Aber auch Eidechsen, kleine Nagetiere und Vögel, ja selbst Eier und Früchte gehören zum Speisplan des Zwergmungos. Berühmt geworden ist er jedoch durch das Töten von Schlangen, die ebenfalls zu seiner Beute zählen.

Haltung
Wer Zwergmungos in seinem Bestand hat kennt keine Langeweile. Ständig sind die Tiere in Aktion, ihrer Neugier bleibt keine noch so kleine Veränderung verborgen. Nachzuchttiere werden zudem recht schnell zahm und sind äußerst gelehrig. Trotzdem darf man nicht verges-sen, dass Zwergmungos eben keine domestizierten Haustiere sind.
Das interessante Sozialverhalten der kleinen Mangusten wird man nur erleben können, wenn man mindestens zwei Tiere zusammenhält. Eine Einzelhaltung ist strikt abzulehnen, da sie dem Bedürfnis der Mungos nach sozialen Kontakten mit Artgenossen nicht gerecht wird. Aber nur wer die Möglichkeit hat, die Tiere in einer Gruppe von mindestens 4 Tieren zu hal-ten, kann das komplexe Sozialleben und auch die typische Aufgabenteilung innerhalb der Gruppe erleben.
Das Gehegegröße sollte sich an der Bewegungsfreude und Neugier der Zwergmungos ori-entieren. Werden diese in zu kleinen Gehege gehalten kann es zu Verhaltensstörungen wie Stereotypien kommen. Als Bodengrund empfiehlt sich die Verwendung von Sand, aber auch Hobelspäne oder Rindenmulch können verwandt werden. Um den Tieren Rückzugs-möglichkeiten zu bieten, sollten mehrere Höhlen im Gehege vorhanden sein. Da die Tiere die Höhlen zwischendurch immer wieder wechseln, reicht eine einzige Höhle nicht aus. Geeignet als Unterschlupf sind Papageiennistkästen im Querformat oder ausgehöhlte Baumstämme mit Einschlupfloch.
Auch große auf den Kopf stehende Pflanzschalen aus Ton sind als Unterschlupf ideal geeignet. Das Dach der Höhle wird zudem gerne als „Aus-guck“ für die Wachposten genutzt. Da Zwergmungos sehr wärmeliebend sind, empfiehlt sich die Anbringung von mehreren Wärmequellen, die von den Tieren auch ausgiebig ge-nutzt werden. Haben die Mungos die Wahl nutzen sie bevorzugt Wärmelampen, während Heizmatten ignoriert werden. Tagsüber kann man immer wieder die gesamte Gruppe beim Sonnenbaden beobachten, ab einem Alter von 10 – 14 Tagen werden auch die Jungen hier-zu aus dem Bau mitgenommen. Sie liegen dann entweder auf dem Bauch des Muttertieres, welches auf dem Rücken liegt, oder kuscheln sich seitlich an das Weibchen an.
Wie eng die sozialen Bindungen der Zwergmungos sind erkennt man auch daran, dass alle Aktivitäten gemeinsam ausgeführt werden, egal ob es um Sonnenbaden, Spielen oder Fres-sen geht. Neben ihrer Neugier besitzen Zwergmungos auch einen ausgesprochenen Spiel-trieb. So kann sich die ganze Gruppe lange Zeit mit einem Ball beschäftigen, der immer wieder hochgeworfen wird, um ihm dann nachzujagen. Neugier und Spieltrieb gilt es bei der Gestaltung des Geheges zu berücksichtigen. Mit Korkröhren, hohlen Baumstämmen, großen Steinen und dicken Ästen kann man die Behausung der Mungos so abwechslungs-reich gestalten, dass bei den intelligenten Tieren keinerlei Langeweile aufkommt. Regel-mäßiges Umdekorieren und tiergerechtes Spielzeug können ebenfalls zur Beschäftigung betragen.
Fütterung
Als Grundfutter für die Zwergmungos empfiehlt sich ein breites Angebot an Insekten, da dies auch dem natürlichen Nahrungsspektrum entspricht. Heuschrecken, Zoophobas und Schaben werden von den Mangusten begeistert gefressen. Daneben kann man Katzenfutter, Babymäu-se oder Eintagsküken verfüttern. Bei letzteren empfiehlt sich jedoch das Entfernen des Dottersacks, da es ansonsten zu einer heftigen Verschmutzung des Geheges kommt. Entfernt man ihn nicht, müssen nicht gefressene Küken nach spätestens 12 Stunden entfernt werden, da sonst die Gefahr einer Salmonellose besteht.

Besondere Freude bereitet man den Zwergmungos mit der Gabe von gekochten Eiern. Werden diese mit Schale gereicht, fangen die Tiere sofort an, sie gegen Steine zu schleudern, um sie zu öffnen.

Zucht
Die Zucht der Zwergmungos stellt den Halter bei entsprechender Pflege kaum vor Probleme. Mit spätestens 3 Jahren werden die Tiere geschlechtsreif und sorgen für Nachwuchs, wobei in einer Gruppe lediglich das Alpha-Weibchen trächtig wird. Nach einer Tragzeit von 49 – 54 Tagen wirft das Weibchen durchschnittlich 4 Jungtiere, in die von ihr ausgesuchte Wurfhöhle, ohne dass diese vorher ausgepolstert wurde. Zum Ende der Tragzeit hin ist der Leibesumfang des Weibchens enorm und sie ist kaum noch bewegungsfähig. In dieser Zeit wird sie von den rangniederen Tieren mit Futter versorgt. Die Jungen sind bei Geburt blind. Um den 10. Le-benstag herum öffnen sich die Augen und die Jungtiere besitzen einen rostroten - gräulichen Flaum. Haben die Jungtiere ein Alter von 14 Tagen erreicht, werden sie von der Gruppe über-all mitgeschleift. Bei Gefahr, z.B. bei einer Kontrolle der Nisthöhle, ergreift jedes Gruppen-mitglied ein Jungtier und trägt dieses fort. Ihre ersten eigenen Schritte machen die Jungtiere im Alter von 3 –4 Wochen. Jetzt bekommen sie von den rangniederen Tieren bereits Futtertie-re vorgelegt, an denen sie ihre Zähne erproben. Gesäugt werden sie aber noch bis zur 6. Wo-chen, danach sind sie selbstständig. Sie sollten aber dennoch in der Gruppe verbleiben, um ausreichend sozialisiert zu werden. Frühestens in einem Alter von drei Monaten, sollte man die Jungtiere aus der Gruppe entfernen. Werden sie in der Folge nicht mit älteren Tieren zu-sammengehalten, die in der Rangfolge über ihnen stehen, können sie bereits im Alter von 4-5 Monaten die Geschlechtsreife erreichen, bleiben sie als rangnieder Tiere innerhalb einer Gruppe wird diese bis zu einem Alter von ca. 3 Jahren unterdrückt.
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