Streifenskunk

Streifenskunk
Mephitis mephitis

Haltung - Fütterung - Zucht
Der Streifenskunk gehört in unseren Breitengraden, anders als in den USA,  immer noch zu den Exoten unter den Heimtieren. Dennoch erfreuen sie sich seit kurzem einer wachsenden Anhängerschaft. Inzwischen gibt es auch in Deutschland einige Halter, die sich der Zucht der zu den Mardern zählenden Streifenskunks verschrieben haben.

Der Streifenskunk (Mephitis mephitis) lebt in Süd-Kanada, USA und Nord-Mexiko. Er bewohnt unterschiedliche Lebensräume, einschließlich Stadtgebieten und ist der bekannteste und am häufigsten vorkommende Skunk. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 28-38 cm, eine Schwanzlänge von 18-25 cm und ein Gewicht von 1,5 bis 3 kg.
Das Fell der Streifenskunks ist überwiegend schwarz gefärbt. Die Oberseite des Kopfes ist meistens weiß oder mit weißen Flecken versehen. Entlang des Rückens oder der Flanken verlaufen die beiden namensgebenden gabelförmigen weißen Streifen, die an der Schwanzwurzel wieder zusammenzutreffen und ein schwarzes Rückenfeld umrahmen. Diese Rückenzeichnung oder Gabelung variiert stark in Form und Ausdehnung. Schwarze und weiße Haare sind nicht miteinander vermischt. Ein weißer Streifen ist auch auf dem Nasenrücken zu sehen, der auf der Stirn endet.

Haltung
In einigen Bundesländern (z.B. Nord-Rhein-Westfalen) muss der Bau eines Geheges für Wildtiere genehmigt werden. Also sollte man vorab mit den Behörden die rechtliche Situation klären. Das Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren sieht zur Haltung von einem Paar Skunks eine Mindestgrundfläche von 25 qm vor, für jedes weitere erwachsene Tier 3 qm mehr. Außerdem sieht das Mindestgutachten größtenteils Naturboden im Gehege und pro Tier 2 Schlafboxen vor.

Als Standort für das Gehege empfiehlt sich ein halbschattiger, geschützter Standort da Skunks zwar gerne Sonnenbäder nehmen, hohe Temperaturen im Gegensatz zu kalten Temperaturen aber nicht besonders gut vertragen. Unbedingt beachten muss man bei der Gehegeplanung den Boden. Zwar ist ein Betonieren des Bodengrunds unnötig und nimmt den Tieren auch den Reiz auf Naturboden zu laufen und zu grabe (s. Mindestgutachten), aber gegen Untergraben muss das Gehege unbedingt gesichert werden. Dies geschieht z.B. dadurch, dass im Boden des Geheges über die gesamte Fläche Draht eingebracht wird (z.B. Estrichmatten). Da Skunk sehr tief (bis 2 Meter) und lang (bis zu 10 Metern) graben können, reicht es nicht aus, nur den Rand des Geheges gegen Untergraben zu sichern. Zu groß ist die Gefahr, dass die Tiere sich aus dem Gehege graben und dann außerhalb des Geheges zahlreichen Gefahren ausgesetzt sind. Oberhalb des Draht sollte aber mindestens 80 cm besser 100cm Bodengrund eingebracht werden, damit die Skunk ihren Bedürfnis zu graben nachkommen können. Als Bodengrund eignet sich Mutterboden (mit Rasen), Rindenmulch oder Sand.

Bei der Umrandung des Geheges kommt uns zugute, dass Skunks nicht springen Können. Es ist also unnötig einen ein rundherum geschlossenes Gehege zu bauen, aber nötig ist dies nicht. Es reicht eine Umgrenzung von 100cm Höhe. Diese sollte möglich glatt sein, sodass die Stinktiere keinen Ansatz zum Klettern finden. Je nach Geschmack oder Geldbeutel kann  man die Umrandung mauern oder aus Holz erstellen. Auch ein Zaun mit einem Überhang an den Seiten ist möglich. Als Überhang ist ein KG-Rohr (Fallrohre) mit 110 mm Durchmesser ideal,  auch Blechstreifen mit einer Breite von 40 cm oder stabiles PVC (z.B. Plexiglas) sind geeignet.
Wer seinen Tieren ein möglichst naturnahes Gehege bieten möchte, sollte auf eine reichhaltige Bepflanzung nicht verzichten. Dabei müssen die Pflanzen in Stammnähe am Boden geschützt werden auch sollten die Wurzelballen idealerweise unter dem Gitter im Boden eingepflanzt werden, um ein Ausgraben durch die Tiere zu verhindern. Dies alles sollte idealerweise vor dem Einzug der Tiere passieren, denn nachträglich Gepflanztes wird als neuer Reiz von den Skunks garantiert sofort ausgegraben oder erheblich beschädigt. Geeignete Pflanzen sind neben Holunder und Fichten auch Weiden, und Bambus, da diese Pflanzen einerseits robust sind, aber im Falle von Holunder und Bambus auch sehr schnell regenerieren, wenn die Skunks sie doch einmal zu sehr „zwischen“ hatten.
Zur weiteren naturnahen Gehegegestaltung kann man Laub, totes Holz, Wurzeln und große Findlinge in das Gehege einbringen. Letztere müssen aber unbedingt gegen Untergraben gesichert werden, um eine Verletzungsgefahr für die Stinktiere auszuschließen.
Fütterung
Skunks sind Omnivoren, dass heißt sie nehmen alles Fressbare zu sich. In freier Wildbahn besteht ihre Nahrung aus Insekten, Nagern, Vögeln, Früchten und Gemüse. In Menschenobhut ist der Skunk neigt der Skunk aufgrund zu reichhaltiger Fütterung schnell zur Verfettung. Deshalb gilt es als Halter das Futter streng zu rationieren und gegebenenfalls das Gewicht der Tiere zu überprüfen , um das Futtermanagement zu ändern. Gut geeignet als Futtermittel sind Low-Fat-Hundetrockenfutter mit Zusatz von Gemüse, Früchten, Insekten, Eintagskücken oder Mäusen.

Die Zucht
Die Zucht von Streifenskunks ist nicht sonderlich kompliziert. Streifenskunks sind saisonal polyöstrisch, d.h. sie bekommen im Gegensatz zu vielen anderen Tieren nur einmal im Jahr Welpen und dies meist im Frühling. Den Beginn der Ranzzeit erkennt man vor allem am Verhalten der Rüden, die in dieser Zeit vermehrt markieren und ihre Reviere so gegen Konkurrenten absichern. Bei älteren Fähen setzt die Ranz oft schon im Januar oder Februar ein, bei jüngeren Tieren hingegen meist erst im März. Etwa zwei Wochen nach einer erfolgreichen Befruchtung verbeißt die Fähe den Rüden, in kleineren Gehegen muss der Rüde nun abgetrennt werden. Die Tragzeit der Streifenskunks beträgt etwa 63 – 69 Tage, pro Wurf werden im Schnitt fünf Welpen geboren. Die anstehende Geburt erkennt man an anschwellenden Zitzen, um die sich dunkele Höfe bilden. Die Geburt selber findet meist in der Nacht statt. Meist sind ab diesem Zeitpunkt die Weibchen dann sehr aggressiv und lassen sich nur bedingt mit Futter von den Welpen ablenken.

Analdrüsen
Die paarigen angelegten Analdrüsen sind mit einem Sekret gefüllt, welches der Skunk zur Verteidigung versprühen kann und welches dem Stinktier letztlich seinen Namen gab. Die Drüsen liegen rechts und links des Afters und enden mit ihren Ausführungsgängen in einer gut sichtbaren Papille beiderseits im Afterausgang. Mittels Muskeln kann der Skunk die Drüsen5- bis 6-mal gezielt auf bis zu 4 m entfernte Feinde entleeren. Danach dauert es bis zu 10 Tage, bis sich die Drüsen wieder aufgefüllt haben.

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