Richardson Ziesel

Richardson Ziesel
Spermophilus richardsonii

Haltung - Fütterung - Zucht
Das Gehege
Richardson-Ziesel und Präriehunde sind bewegungsaktive Tiere, die gerne graben. Ziesel müssen laut Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung
von Säugetieren in Gehegen gehalten werden, deren Fläche für 2 Tiere 4 q m nicht unterschreitet, für jedes weitere Tier ist 1 qm Grundfläche mehr erforderlich. Gehege mit gewachsenem Boden, in den sich die Tiere tief eingraben können, müssen eine Mindestfläche von 20 qm aufweisen.

Werden sie nicht auf Naturboden gehalten müssen mindesten 25 cm Einstreu eingebracht werden können, um ihnen Möglichkeit zum Graben zu geben,  Diese Voraussetzungen erfüllen käufliche Gehege nicht, weshalb hier auf Sonderanfertigungen oder Eigenbauten zurückgegriffen werden muss. Für den Winter muss der Standort des Geheges so gewählt werden, dass die Tiere während des Winterschlafs nicht gestört werden.
Beide Arten lassen sich auch in Außenhaltung halten. Dabei muss darauf geachtet werden, dass gut isolierte Schlafkammern zu Verfügung stehen, in den die Tiere sicher überwintern können.

Die Ausstattung
Damit die Tiere ihre Bauten auspolstern können, benötigen sie Heu, Stroh und Zellstoff. Sofort nach Gabe in das Terrarium sammeln die Tiere das Polstermaterial ein und stopfen es in ihren Bau, der auf diese Weise enorme Ausmaße annehmen kann.
Größere Wurzeln, Steine oder Äste helfen das Gehege zu strukturieren. Dabei muss aber immer darauf geachtet werden, dass die Tiere diese nicht untergraben können, um zu vermeiden, dass die Erdhörnchen eingeklemmt werden.

Die Einstreu
Ideal als Einstreu ist ein Sand-Torf-Gemisch, aber auch Rindenmulch ist geeignet. Da der Urin der Tiere stark riecht, ist es von Vorteil, wenn die Einstreu stark geruchbindend ist. Aus diesem Grund hat sich Kleintierstreu nicht bewährt. Rindenmulch (vor allem von Kiefer oder Pinie) bindet den Geruch hingegen gut, so dass ein Wechsel der Einstreu nicht allzu oft nötig ist. Die Kotecken müssen jedoch täglich gereinigt werden.

Temperatur
Richardson-Ziesel  benötigen keine zusätzliche Wärme. Im Winter ist es aber wichtig, dass sie bei Innenhaltung an einem kühlen Ort gehalten werden, mit Temperaturen knapp über 0 Grad Celsius, damit sie in Ruhe überwintern können.

Vergesellschaftung
Ziesel leben in Familiengruppen, deshalb sollten die Tiere mindestens paarweise zusammengehalten werden. Jungtiere lassen sich problemlos vergesellschaften, bei adulten Tieren kann es in zu kleinen Gehegen zu Problemen kommen. Kommt es dabei zu ernsthaften Beisssereien, müssen die Tiere sofort getrennt werden.
Bei Ziesel ist die Paarhaltung zu bevorzugen, da diese deutlich territorialer sind, als die verwandten Präriehunde.
Das Futter
Ziesel sind extrem verfressen und fressen praktisch alles, was ihnen angeboten wird. Dabei neigen sie zur Verfettung, weshalb man bei der Fütterung darauf achten sollte, dass nicht zu fetthaltige Nahrung gereicht wird.
Als Grundfutter ist ein Futter für Präriehunde geeignet, welches durch Heu, Möhren, Sellerie, Rote Beete und Kolbenhirse ergänzt werden kann. Bei Zieseln kann man zusätzlich einmal wöchentlich tierisches Eiweiß in Form von Mehlwürmern, Heuschrecken u. ä. reichen.
Als Grundfutter kann man den Tieren auch ein Großsittichfutter anbieten, wobei insbesondere die kleinen Sämereien zur Beschäftigung der Tiere beitragen. Grünfutter aus der Natur (Löwenzahn, Vogelmiere etc.) ergänzt das Futterangebot.

Die Zucht
Für eine erfolgreiche Zucht ist offenbar die Einhaltung des Winterschlafes ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Leider ist dies bei Wohnungshaltung kaum möglich.
Wichtig neben einer kalten Überwinterung ist auch, eine Verfettung der Tiere zu verhindern. Deshalb sollte unbedingt Augenmerk auf die Ernährung gelegt werden. Evtl. hilft eine jahreszeitliche Periodik bei der Futtergabe (trockenes, karges Futter im Winter, frisches Futter und tierisches Eiweiß im Sommer) ebenfalls bei der Stimulation zur Fortpflanzung.
Zu Beginn der Zuchtperiode, die direkt nach dem Winterschlaf liegt, werden die Männchens ehr aggressiv. Selbst zahme Tiere greifen ihren Halter an und können erhebliche Verletzungen verursachen.
Winterschlaf
In den Herbstmonaten ziehen sich Ziesel immer mehr zurück und fallen schließlich in Winterschlaf. Für einen erfolgreichen Winterschlaf benötigen die Tiere Ruhe und eine frostsichere Rückzugsmöglichkeit, die vollkommen abgedunkelt ist. Dies kann entweder ein Schlafhäuschen sein, oder in Außenhaltung eine selbst gegrabene Wohnhöhle sein. Die Winterruhe dauert je nach Wetterbedingungen von Oktober bis März.
Bei Wohnungshaltung wird aufgrund der konstant hohen Temperatur oftmals kein Winterschlaf eingelegt.
Weitere Arten
Neben dem Richardson Ziesel wurden auch der Mexikanische Ziesel (s. Bild oben) und der Dreizehnstreifen-Ziesel häufiger gehalten. Inzwischen sind sie aber wohl ganz aus den Beständen von Zoos und Privatleuten verschwunden.
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