Nilflughund

Nilflughund
Rousettus aegyptiacus

Haltung - Fütterung - Zucht
Die Haltung von Flughunden stellt einige Anforderungen an Klima, Ernährung und (Flug-)Raum. Zudem sollte man die hohen Futterkosten, die nicht unerhebliche Verschmutzung des Geheges und eine erhebliche nächtliche Geräuschentwicklung einkalkulieren. Die Summe dieser Ansprüche führt dazu, dass Flughunde nur von Spezialisten gehalten werden können. Für diese stellen sie aber interessante Pfleglinge dar, die durch ihr reizvolles Verhalten für den Mehraufwand an Pflege entschädigen.

Haltung
Nilflughunde  sind die in Menschenobhut am häufigsten gehaltenen Fledertiere überhaupt. Die Art ist in ihrem Bestand bisher noch nicht bedroht, was vor allem daran liegt, dass sie ein vergleichsweise großes Verbreitungsgebiet hat. Sie kommt außer auf Zypern auch von der Türkei über den mittleren Osten bis nach Pakistan vor. Über die arabische Halbinsel hinweg besiedelt sie auch einen großen Teil Afrikas, vor allem südlich der Sahara.

In vielen Zoos und Tierparks werden Nilflughunde gezeigt, doch auch etliche private Halter pflegen diese relativ robusten Tiere. Die Ernährung der fast reinen Fruchtfresser ist unproblematisch. Bananen, Äpfel und Möhren sind ganzjährig, anderes Obst zumindest saisonal erhältlich. Die Fütterung von Karotten ist sinnvoll, da Wildobst in den meisten Fällen deutlich ballaststoffreicher ist, als die von uns bevorzugten Kultursorten. Auch wenn Flughunde ihre Nahrung gründlich durchkauen und den Hauptteil der festen Bestandteile wieder ausspucken, sind sie damit doch bei Verfütterung von gröberer Kost viel länger beschäftigt als bei der Gabe von hochgezüchtetem Edelobst.
Neben Obst und Gemüse sollten weitere Futtersorten angeboten werden. Sehr beliebt sind zum Beispiel verschiedene im  Zoofachhandel angebotene Nektarlösungen für Loris oder Kolibris. Gerne fressen die Nilflughunde auch verschiedene fruchthaltige Baby-Breie. Allerdings sollten diese sehr kalorienreichen Futtermittel nur zur Ergänzung des Mineral- und Proteingehaltes gereicht werden.
Das Gehege
Als Gehegegröße für Flughunde gibt das Gutachten für die „Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ein Gehege von 20 Quadratmeter Fläche bei 2,5 Metern Höhe vor. Diese Maße gelten für die Haltung einer Gruppe von bis zu 20 Tieren, für jedes weitere Tier ist ein Quadratmeter hinzuzufügen. Zum Schutz gegen Verschmutzung sollten alle an Wände angrenzende Seiten der Voliere außen mit leicht zu reinigenden Kunststoffplatten versehen sein. Generell sollte die Einrichtung des Geheges leicht zu reinigen sein, da die Flughunde aufgrund ihrer Ernährung reichlich dünnflüssigen Kot absetzen, der eine häufige Reinigung der Unterkunft erfordert, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Eine Haltungstemperatur von 18° Celsius bei einer relativen Luftfeuchte von 70 Prozent sollte nicht unterschritten werden. Um die ausreichende Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, hilft es, einige Pflanzen oder Aquarien neben der Voliere der Flughunde aufzustellen.
Die laut Gutachten erlaubte Vergesellschaftung mit anderen Fledertieren ist, zumindest bei kleineren Arten, nkritisch zusehen, da Erfahrungen zeigen, dass kleinere Fledermausarten von Nilflughunden durchaus erbeutet und gefressen werden. Dafür sind die Tiere untereinander sehr gesellig: In freier Wildbahn bilden sie gemischte Kolonien von über 2000 Exemplaren. Dabei bilden sie Cluster, das heißt, sie hängen zusammen in dichten Trauben mit engem Körperkontakt. Neben der sozialen Interaktion bringt dies für die nicht zum Winterschlaf fähigen Nilflughunde in den teilweise recht kühlen Höhlen auch thermische Vorteile.
Beachtet man die Ansprüche an Ernährung und Unterbringung, ist die Haltung von Nilflughunden durchaus möglich. So werden sie in den Tierhäusern diverser Zoologischer Gärten bereits seit Jahrzehnten erfolgreich gehalten und vermehrt, wobei sie ein recht hohes Alter erreichen können. Der Altersrekord für Rousettus in Menschenobhut liegt bei über 20 Jahren. 

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