Baumstreifenhörnchen

Baumstreifenhörnchen
Tamiops swinhoei

Haltung - Fütterung - Zucht
Baumstreifenhörnchen bewohnen Vietnam, Japan, Burma und die Mongolei sowie große Teile Chinas. Mit einer Körperlänge von 18 cm sind sie etwas kleiner als die bekannteren Asiatischen Streifenhörnchen.

Haltung
Baumstreifenhörnchen können sowohl in Innen- als auch in Außenhaltung gepflegt werden. Bei reiner Innenhaltung ist aber darauf zu achten, dass über entsprechende Beleuchtung ausreichend UV-Licht für die Tiere zu Verfügung steht, da die Hörnchen in ihrer Heimat wahre Sonnenanbeter sind. Fehlt UV-Licht kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen, z:b. Im Bereich Gebiss oder zu kahlen Stellen im Fell.
Bei Außenhaltung sollte den Tieren ein geschützter, frostfreier Innenraum zur Verfügung stehen, da sie Frost nur bedingt mögen. Zwar ist auch eine komplette Außenhaltung ohne Innenraum praktiziert worden, ob diese aber für die Tiere wirklich gut ist darf bezweifelt werden. Denn nicht allesm, was Tiere überleben ist auch tiergerecht.

Chinesische Baumstreifenhörnchen brauchen sehr viel Platz. Als Mindestmaße für zwei Hörnchen gilt ein Gehege von 100 cm x 50 cm x 200 cm (LBH = Länge x Breite x Höhe. Allerdings gilt auch hier der Satz, größer geht immer. In zu kleinen oder schlecht eingerichteten Gehegen, neigen die Hörnchen zu Stereotypien, z.B.rennen sie in zu kleinen Käfigen immer an der selben Stelle hin und her.

Zur Einrichtung des Geheges gehören unbedingt mehrere Schlafhäuschen, denn die Hörnchen wechseln sehr gerne ihre Schlafstätte. Ideal sind Wellensittichnistkästen, die es auch als Naturstamm gibt, was optisch deutlich ansprechender ist. Zudem nimmt der Naturstamm eventuelle Feuchtigkeit auch besser auf, sodass das Nest trocken bleibt. Als Nistmaterial kann man neben Heu auch Toilettenpapier oder Moos anbieten.
Wichtigster Bestandteil der Gehegeeinrichtung sind die Kletteräste. Diese müssen regelmäßig erneuert werden, da sie von den Hörnchen mit Urin markiert und durchnässt werden, was die Gefahr der Keimbildung nach sich zieht. Besonders beliebt sind dicke, senkrecht angebrachte Stämme bei den Baumstreifenhörnchen. Auch in freier Wildbahn kann man beobachten, dass sie sehr gerne an Baumstämme auf und ab laufen.

Als weitere Einrichtungsgegenstände dienen eine Hörnchenschaukel ( ein stück Kork mit Seien aufgehangen) sowie eine Buddelkiste mit unbehandelter Erde. Diese kann bei Außenhaltung auch als Bodengrund verwandt werden, bei Innenhaltung empfiehlt sich handelsübliches Kleintierstreu sowie Buchenholzspäne.

Außengehege können zudem bepflanzt werden. Wichtig ist, dass nur ungiftige Pflanzen verwandt werden. Obstbäume, Weiden oder Haselnuss-Sträucher sowie Bambus sind gut geeignet. Ist das Gehege groß genug und die Menge an Pflanzen entsprechend, dann halten sich die Schäden durch die Hörnchen an den Pflanzen auch in Grenzen.
Vergesellschaftung
Baumstreifenhörnchen sind Gruppentiere. Werden sie einzeln gehalten, verkümmern sie. Deshalb ist eine Haltung von mindestens zwei Hörnchen unabdingbar. Da die Hörnchen aber sehr verträglich sind, ist auch die Haltung in größeren Gruppen möglich. Das Hinzusetzen eines fremden Tieres in eine bestehende Gruppe stellt meistens kein Problem dar, sofern das Gehege groß genug ist.
Ernährung
Baumstreifenhörnchen nehmen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich, wobei die pflanzliche Kost überwiegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich das Anbieten tierischer Kost (tierisches Eiweiß) ersparen kann. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist sehr wichtig für die Hörnchen. Diese darf bei den aktiven Tieren durchaus etwas fetthaltiger sein. Bewährt hat sich eine Mischung aus Hamster- und Papageienfutter. Zusätzlich können Hasel- und Walnüsse angeboten werden. Zur Vitaminversorgung reicht man Obst wie Erdbeeren, Himbeeren, Wasser - Honigmelone, Johannisbeeren, Kiwi, Apfel, Banane und Weintrauben.

An tierischer Nahrung ist sehr wichtig für die Gesunderhaltung der Hörnchen. Hier bieten sich Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Grashüpfer und Mehlwürmer an, wobei Mehlwürmer als richtige Kalorienbomben nur einaml pro Woche gereicht werden sollten.
Sozialverhalten
Baumstreifenhörnchen sind soziale Gruppentiere, im Gegensatz zu dem Asiatischen Streifenhörnchen (Eutamias sibiricus) kann man sie ganzjährig zusammenhalten. Asiatische Streifenhörnchen sind Einzelgänger, die man nur in der Paarungszeit zusammenhalten kann und danach sofort wieder trennen muss, dies ist bei den Baumstreifenhörnchen nicht der Fall.

Da die Baumstreifenhörnchen sehr soziale Gruppentiere sind, müssen sie mindestens zu zweit gehalten werden, eine größere Gruppe ist aber anzuraten.
Winter
Chinesische Baumstreifenhörnchen halten keinen Winterschlaf und legen auch keine Winterruhe ein, im Gegensatz zu Asiatischen Streifenhörnchen. Auch  fehlt ihnen die für Burunduks typische Herbstaggressivität.
Zucht
Im Gegensatz zu Burunduks sind Baumstreifenhörnchen nicht an eine bestimmte Paarungszeit gebunden und könne das ganze Jahr über Nachwuchs bekommen. Der Paarung geht ein „Balztanz“ voran, bei dem das Männchen laut und weithin vernehmbar pfeift. Die Trächtigkeit dauert ca. 38 Tage, die Wurfgröße beträgt 2-6 Jungtiere. Schon 2 Wochen nach der Geburt ist das Weibchen wieder aufnahmefähig.Mit etwa 6 Wochen verlassen die Jungtiere den Schlafkasten, zwei weitere Wochen später sind sie selbstständig. Dennoch sollten sie mindestens vier weitere Wochen  bei den Eltern bleiben, damit sie ausreichend sozialisiert sind.
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