Streifenhörnchen

Streifenhörnchen
Tamias sibiricus

Haltung - Fütterung - Zucht
Streifenhörnchen stehen auf der Liste der invasiven Arten der EU. Ihre Zucht sowie der Transport ist damit verboten, die Haltung nur unter bestimmten Auflagen möglich!
Ich habe mich dennoch dazu entschieden, den folgenden Artikel nicht zu kürzen, um umfassend über die Haltung zu informieren, denn noch gibt es zahlreiche Streifenhörnchen in Menschenobhut.
Zusammen mit den nordamerikanischen Chipmunks zählt das asiatische Streifenhörnchen aufgrund seiner enormen Backentaschen zu den Backenhörnchen. Im Gegensatz zu seinen nahen Verwandten, den Präriehunden und Zieseln, die hauptsächlich in offenen Steppengebieten leben, bevorzugt das Burunduk Waldgebiete.
Zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) wird das Fell gewechselt, welches oberseits 5 breite dunkelbraune und 4 helle Streifen hat. Die Unterseite ist je nach Herkunft weiß, beige oder rötlich-braun. Paarungszeit ist in der Zeit von April bis Juni. Nach einer Tragzeit von ca. 4 Wochen bringt das Weibchen bis zu 10 Junge zur Welt, die von ihm alleine versorgt werden. Bereits 4-8 Wochen nach der Geburt der Jungen löst sich die Familie wieder auf.

Streifenhörnchen können an Baumstämme auf und ab laufen. Beim Fressen sitzen sie gerne auf den Hinterbeinen und halten die Nahrung in den Vorderpfoten fest.
Besonders in den frühen Morgenstunden ist dieser quirlige und flinke Nager aktiv. Als tagaktives Tier verfügt das Burunduk über gut entwickelte Augen. Im Gegensatz zu vielen anderen Nagern besitzt das asiatische Streifenhörnchen sogar Farbsehen.
Der Käfig
Streifenhörnchen sind sehr bewegungsfreudige Nager. Deshalb sollte der Käfig ein Mindestmaß von 1 x 1 x 1,5 m (Länge x Tiefe x Höhe) haben. Gut geeignet sind Zimmervolieren oder aus Alu-Fertigelementen erstellte Gehege. Ideal ist auch die Haltung in einer geräumigen Außenvoliere. Hier erhalten die Tiere ausreichend Sonnenlicht und frische Luft. Auch den Winterschlaf können die Tiere in einem solchen Gehege verbringen, wenn die Voliere über einen vor dem Wetter geschützten Raum (besser noch ein Innengehege) verfügt.

Die Ausstattung
Um den Streifenhörnchen eine tiergerechte Umgebung zu bieten, sollte der Boden ca. 30 cm mit einem Gemisch aus Kleintierstreu und ungedüngter Pflanzenerde aufgefüllt werden. Dies ermöglicht den Streifenhörnchen ihr Futter in Nahrungsdepots zu vergraben. Der Käfig sollte so ausgestattet sein, dass die Streifenhörnchen gut klettern können. Neben einigen waagegerechten Ästen sollten auch einige dickere senkrechte Äste oder Stämme vorhanden sein. Zur weiteren Ausstattung des Käfigs gehören Schlafhöhlen, hierzu können z.B. Vogelnistkästen verwandt werden. Da Streifenhörnchen von Zeit zu Zeit ihre Schlafhöhle wechseln, sollten pro Tier mindestens 2 Höhlen angeboten werden.
Zusätzlich sollte der Käfig enthalten:
  • mehrere Futternäpfe (für jede Futtersorte einer), bestens bewährt haben sich glasierte Tonnäpfe, da diese nicht von den Hörnchen zernagt werden könne
  • ein Wassernapf (besonders geeignet sind Trinkflaschen für  Nager)
  • ein Mineralstein
  • Nestmaterial wie Stroh, Heu, etc.
Die Einstreu
Da Streifenhörnchen zu den Erdhörnchen zählen, verbringen sie einen großen Teil des Lebens auf dem Boden. Hier legen sie Gänge und Futterdepots an. Damit sie dieses Verhalten ausleben können, sollte die Schichtdicke der Einstreu 20 – 30 cm betragen. Ideal ist ein Gemisch aus Kleintierstreu und ungedüngter Pflanzenerde. Auch Baumwollstreu kann verwandt werden.

Die Temperatur
Für Streifenhörnchen reicht die übliche Zimmertemperatur vollkommen aus, deshalb ist keine zusätzliche Wärmequelle erforderlich. Asiatische Streifenhörnchen können auch ohne weiteres in Außenvolieren gehalten werden, da sie mit den Temperaturen in unseren Breitengrade gut zurechtkommen. Das große Platzangebot einer Voliere kommt dem Bewegungsdrang der Tiere entgegen. Ist die Voliere groß genug (2x3m Grundfläche), können auch mehrere Tiere gemeinsam gehalten werden. Um die Tiere vor Witterungseinflüssen zu schützen, sollte mindestens ein Drittel der Voliere überdacht und vor Wind geschützt sein. Besser ist ein angeschlossenes Schutzhaus, welches im Winter frostfrei gehalten werden kann. Fehlt dieses, sollten die Tiere nicht draußen überwintert werden.
Vergesellschaftung
Asiatische Streifenhörnchen leben in freier Wildbahn in lockeren Kolonien, in denen jedes Individuum sein eigenes Territorium hat und dies auch gegenüber den anderen Tieren verteidigt. Es ist deshalb möglich, Streifenhörnchen einzeln zu halten, ohne dass dies Tierquälerei wäre oder dass die Tiere verkümmern. Gerade für Anfänger in der Hörnchenhaltung ist diese Form der Haltung vorzuziehen.

Möchte man zwei Tiere zusammen halten, sollte der Käfig die Maße für ein Einzeltier deutlich überschreiten. Wichtig ist vor allem, jedem Tier genügend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, um Stress zu vermeiden. Es hat sich bewährt den Käfig so zu gestalten, dass man ihn notfalls in zwei Hälften unterteilen kann. Dies kann erforderlich werden, wenn man ein Muttertier mit Jungen abtrennen will oder es kurzzeitig zwischen den Tieren zu Streitigkeiten kommt. Möchte man keinen Nachwuchs züchten, empfiehlt sich die Haltung zweier gleichgeschlechtlicher Tiere. Zwei Männchen vertragen sich dabei ebenso gut oder schlecht wie zwei Weibchen. Wichtig ist, bei auftretenden Streitigkeiten sofort einzugreifen, da es ansonsten zu ernsthaften Verletzungen bis hn zu Todesfällen kommen kann.

Das Futter
Die Ernährung der Streifenhörnchen hängt sehr stark von den Haltungsbedingungen ab. Werden die Hörnchen in Außenvolieren gehalten, muss der Anteil an fettreichen Saaten höher sein, als bei reiner Wohnungshaltung. Zusätzlich ist die Ernährung jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Im Herbst brauchen die Streifenhörnchen mehr Fett, um sich ihre Fettpolster für die Winterruhe anzufressen. Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Ernährung so natürlich und abwechslungsreich wie möglich erfolgt. Schokolade, Kekse und ähnliches haben deshalb in der Nahrung der Streifenhörnchen nichts zu suchen.
Das Grundfutter sollte aus einer Mischung aus Großsittichfutter mit einem geringen Anteil an Sonnenblumenkernen und verschiedenen Getreidesorten (Weizen, Hafer, etc.) bestehen. Zusätzlich sollten regelmäßig Nüsse (mit und ohne Schale) gereicht werden. Dabei sollte bedacht werden, dass insbesondere Nüsse einen hohen Fettanteil haben. Auf die Gabe von Erdnüssen sollte möglichst verzichtet werden, da diese oftmals mit Pilzen infiziert sind. Möchte man dennoch auf die Gabe von Erdnüssen nicht verzichten, so sollten die Nüsse vor der Verfütterung auf schwarze Stellen (Pilzrasen) untersucht werden. Solch kontaminierte Nüssen dürfen auf keinen Fall verfüttert werden.
Zur ausreichenden Versorgung mit Vitaminen wird das Futter durch die Gabe von Obst und Gemüse ergänzt. Streifenhörnchen fressen nahezu alles, was ihnen angeboten wird. Besonders beliebt sind Möhren, Trauben, Äpfel und Birnen.
Insbesondere zur Zuchtzeit und nach der Winterruhe sollte das Futter besonders reich an tierischen Eiweißen sein. Geeignet ist hier neben der Gabe von Lebendfutter (z.B. Mehlwürmern) oder Insektenfutter, wie es in der Ziervogelhaltung verwandt wird. Aber auch die Gabe von Hüttenkäse, Magerquark oder gekochten Eiern ist möglich. Doch Vorsicht, übermäßige Gabe von tierischem Eiweiß führt zu Nierenproblemen.
Winterruhe
Wie auch in freier Wildbahn, halten einige Streifenhörnchen in Menschenobhut Winterruhe. Diese kann je nach Tier sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei einigen Tieren dauert sie von November bis März, bei anderen ist sie wesentlich kürzer. Während einige Tiere während der Winterruhe nur etwas ruhiger werden, lassen sich andere tagelang nicht außerhalb ihres Schlafhäuschen sehen. Wichtig ist, sie in ihrer Ruhe nicht zu stören, auch wenn es einem schwer fällt. Das plötzliche Aufwachen bedeutet für die Tiere Stress, der den Organismus extrem belastet und so die Lebenszeit verkürzt. Werden die Streifenhörnchen in einer Freivoliere gehalten, schlafen sie tief und fest und lassen sich nur an wärmeren Tagen kurz blicken.
Der Winterruhe voraus geht eine Zeit, in der die Hörnchen anfangen Futterdepots anzulegen. Alles was sie an Nahrung erwischen wird vergraben, bevorzugt in den Blumentöpfen des Halters. In dieser Zeit werden viele Hörnchen auch sehr aggressiv und beißen bei Annäherung. Dieses Verhalten ist völlig normal und kein Hinweis auf eine Verhaltensstörung. Diesem Verhalten begegnet man am besten, indem man das Hörnchen in Ruhe lässt und Annäherungen vermeidet.
Farbformen
Neben den naturfarbenen Streifenhörnchen gibt es inzwischen auch Farbformen, die von der Wildfarbe abweichen:

Weiße Streifenhörnchen
Bei ihnen handelt es sich nicht um Albinos, da sie noch sichtbare Streifen zeigen und auch die Augen nicht rot sind. Ihnen wird nachgesagt, dass sie Augenproblem hätten und teilweise taub wären. Solche Problem treten aber nur bei überzüchteten, durch Inzucht geschädigten Tieren auf.

Zimtfarbene Streifenhörnchen
Sie sind insgesamt deutlich rötlicher gefärbt als ihre  wildfarbenen Artgenossen. Allerdings ist die rötliche Farbe sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt Zimter, bei denen man sehr genau hinschauen muss, um die Farbe richtig zuordnen zu können. Andere Tiere zeigen eine sehr intensive Farbe.
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