Weißbauchigel

Weißbauchigel
Atelerix albiventris

Haltung - Fütterung - Zucht
Weissbauchigel werden oft auch Zwergigel genannt, was an ihrer geringen Größe liegt.  Anders als andere Igelarten, die  5 Zehen haben, besitzen Weißbauchigel lediglich 4 Zehen.
Die bei uns gehaltenen Weißbauchigel sind fast ausschließlich Mischlinge zwischen Afrikanischen und Algerischen Weissbauchigeln. Durch die Farbzucht ist es kaum möglich, die Reinheit der Unterart zu bestimmen. 
Freileben
Afrikanischen Weissbauchigel bewohnen die Steppen und Savannen Zentralafrikas, sie bevorzugen trockenes Grasland und Savannen bis in Höhen von 1500 m.
Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere haben sie einen sehr guten Geruchssinn.

Geschlechtsreif sind sie mit ca. 2 Monaten, tatsächlich tritt die erste Trächtigkeit aber meist erst mit ca. 6 Monaten ein. Nach einer Tragzeit von ca. 35 bis 45 Tagen kommen dann zwischen 4 und 5 Jungtiere auf die Welt, höchstens aber 10.
Die Nahrung der Weißbauchigel besteht in freier Natur hauptsächlich aus Insekten, Schnecken, kleinen Reptilien, Jungvögeln, jungen Kleinsäugern und Eiern. Ab und an fressen sie auch überreifes Obst, Wurzeln und andere pflanzliche Kost.

Haltung
Bevor man sich für einen Afrikanischen Weissbauchigel als Haustier entscheidet, muss man erst einmal prüfen, ob man dem Tier eine artgerechte Unterkunft bieten kann. Das Igelheim sollte entweder auf eine Temperatur von  beheizt werden können oder in einem entsprechend warmen Raum stehen. Wird es den Igeln zu kalt, verfallen sie in eine Art Winterruhe. Auf Dauer ist das sehr ungesund bzw. sogar tödlich für sie.

Afrikanischen Weissbauchigel sind sehr bewegungsfreudige Tiere, deshalb sollte ein Gehege für Weißbauchigel die Länge von 1,50 - 2,00m nicht unterschreiten, bei einer Breiten von 80cm und einer Höhe von 60cm. Wichtig ist die Temparatur, die ca. 24 °C betragen sollte, damit die Igel sich wohl fühlen.
Als Einrichtung dürfen Versteckmöglichkeiten nicht fehlen. Hierfür sind ein entsprechend grosses Nagerhaus, grosse Papprollen oder umdrehte Pflanzschalen aus Ton, in die eine entsprechen öffnung gebrochen wird,  geeignet.
Weiterhin sollten eine Trink- und eine Futterschale nicht fehlen, ebenso wie eine geeignete Toilette, hierfür eignen sich beispielsweise die im Handel angebotenen
Frettchentoiletten und Katzensand als Einstreu. 
Als Bodengrund für das Gehege kann handelsübliche Kleintierstreu, aber auch torfreie ungedüngte Blumenerde oder Rindenmulch verwandt werden. Erde und Mulch sollten dabei immer leicht feucht (nicht nass) gehaltenw erden, um eine Staubbildung zu vermeiden.
Ernährung
In der Natur ernähren sich die Igel hauptsächlich von wirbellosen Tieren, wie Larven,  Asseln, Käfer und Schnecken, aber auch Eiern und Jungvögel. Hinzu kommt pflanzliche Kost wie süsses Obst, Pilze und Beeren In Menschenobhut kann die natürliche Nahrung durch die Gabe von Mehlwürmern, Zophobas, Heuschrecken und Schnecken nachempfunden werden. Aber auch hochwertiges Katzentrockenfutteroder spezielles Igeltrocken bzw. -nassfutter kann gereicht werden. Füttert man sehr viel Nassfutter, kann es durchaus passieren, dass die Igel einen etwas unangenehmen Körpergeruch entwickeln. Ergänzen kann man die tierische Nahrung durch gekochtes ungewürztes Hähnchenfleisch und gekochtes Eiweiss.
Zucht
Weißbauchigel sind Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammengesetzt werden sollten. Zwar wird teilweise die Paarhaltung mit Erfolg praktiziert, allerdings ist hier die Gefahr groß, dass ein Tiere das andere dominiert und dieses infolge des Stresses veerkümmert und evtl. sogar stirbt.
Zur Paarung setzt man entwder das Männchen zum Weibchen oder lässt sich beide auf neutralem Grund treffen. Trifft das Weibchen auf das Männchen, wird die Hitze ausgelöst, die dann in der Regel 2 bis 5 Tage dauert. 
Ist das Weibchen gedeckt, legt sie an Gewicht zu. Das kann pro Woche bis zu 50 g ausmachen. Ein bis zwei Tage vor Geburt beginnt die Igelin mit dem Bau ihres Nestes. Dazu verwendet sie gern Heu, Einstreu oder Ähnliches und versucht so gut es geht, ihr Haus „abzudichten“.
Nach einer Tragzeit von 35 bis 45 Tagen bringt das Weibchen zwischen 1 und 10 Junge zur Welt.

Ungefähr ab der 4 Woche öffnen die Jungtiere ihre Augen und beginnen das Nest zu verlassen. Sie bekommen nun nicht mehr so viel Muttermilch und nehmen schon das angebotenen Futter auf. Mit 8 Wochen sind die Jungtiere selbstständig und können in ein eigenes Gehege ziehen.  
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