Erdmännchen

Erdmännchen
Suricata suricatta

Haltung - Fütterung - Zucht
Erdmännchen erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit. Nicht zuletzt, durch ihr interessantes Verhalten und ihr possierliches Aussehen. Hinzu kommt, dass sie mit verhältnismäßig geringem Aufwand artgerecht gehalten werden können.

In menschlicher Obhut sollte der Tagesablauf dem Lebensrhythmus in freier Natur so ähnlich wie möglich sein, wobei nicht vergessen werden darf, dass die Fütterung einen starken Einfluss auf die Aktivität hat. Im Idealfall wird durch Beschäftigungsfutter die Aktivität der Tiere auch über einen längeren Zeitraum angeregt.
Neben der Verabreichung des Futters, sind aber auch klimatische Einflüsse besonders wichtig. Mit trockener Kälte kommen Erdmännchen auf Außenanlagen gut zurecht – vorausgesetzt es stehen genügend dauerhaft trockene Plätze und Wärmelampen zur Verfügung. An feuchtes Wetter sind Erdmännchen hingegen nicht angepasst, da sie nass stärker auskühlen als bei Kälte. Ihr dünnes Fell isoliert schlecht – eine Anpassung an die Wüste, wo neben nächtlicher Kälte vor allem extreme Hitze auftritt, bei der Erdmännchen in der Lage sein müssen, ihre Körperwärme nach außen abzugeben. An nassen Tagen verlassen sie daher ihre Wohnhöhle meist erst gar nicht – denn sie würden mehr Energie verlieren, als sie durch Nahrung aufnehmen könnten.
Neben Klima und Fütterung sind aber vor allem soziale Verhaltensweisen für Erdmännchen von besonderer Bedeutung. So hat jedes Gruppenmitglied eine eigene Aufgabe, die der gesamten Gruppe zugute kommt. Dazu gehören das Ausschau halten nach Feinden, das gemeinsame Graben der Höhlen, das Babysitten der Jungtiere im Bau sowie das Füttern der Jungtiere.

Eine Gruppe kann dabei schon aus drei Tieren bestehen. In der Kalahari findet man typischerweise Gruppen unter zehn Tieren, wobei die Gruppengröße auch bis zu fünfzig betragen kann. Ein Minimum von drei Individuen ist allerdings wichtig, da das dominante Weibchen ihren Nachwuchs niemals selbst behütet. Die Jungtiere sind in den ersten drei bis vier Lebenswochen fast unbehaart, blind und taub und müssen daher im Bau gewärmt und bewacht werden. Um die nötige Menge an Milch produzieren zu können, verbraucht das dominante Weibchen aber vier- bis fünfmal mehr Energie als sonst. Sie muss also extrem viel Futter suchen. Daher lässt sie die Jungtiere in der Obhut eines Babysitters, der den ganzen Tag bei den Jungtieren bleibt und auf Nahrungsaufnahme verzichtet. In der Kalahari verlieren Babysitter daher bis zu 50 Gramm an einem Tag – bei 700 Gramm Körpergewicht also einen erheblichen Anteil. 
Auch in menschlicher Obhut, wo keine Nahrungsknappheit herrscht, wird sich das dominante Paar nicht um den Nachwuchs kümmern. Daher ist es wichtig, ihnen Helfer zur Verfügung zu stellen. Helfer hüten aber nicht nur den Nachwuchs, sie füttern ihn auch, sobald er die Geburtshöhle verlässt. Die Nahrung umfasst auch giftige Beute wie Skorpione. Die Fähigkeit, dem Skorpiongift beim Fangen zu entgehen, ist keineswegs angeboren, sondern wird den Jungtieren durch ältere Helfer beigebracht. Auch hier opfert ein Helfer seine Zeit einer Aufgabe, die letztendlich der ganzen Gruppe zugutekommt. Warum? Das kann man in einer einfachen Formel zusammenfassen: je größer die Gruppe, desto höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit jedes Individuums. Je mehr Jungtiere also das Erwachsenenalter erreichen, desto größer die Gruppe und desto sicherer jedes Einzeltier. Will man all diese Verhaltensweisen in Gefangenschaft fördern, müssen neben der Gruppenhaltung strukturell auch noch andere Voraussetzungen erfüllt werden.
Haltung
Erdmännchen durchaus öfter bei Privathaltern zu finden. Aufgrund ihrer geringen Größe sind sie gut zu halten und züchten bei entsprechenden Haltungsbedingungen auch meist recht problemlos. Das Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren schreibt für Fuchsmangusten eine Gehegegröße von 12 qm für ein Paar vor, für jedes weitere Tier müssen dann weitere 2 qm angeboten werden. Da Erdmännchen nicht winterhart sind, benötigen sie unbedingt ein ausreichend großes Innengehege, welches beheizbar ist.
Ein Außengeheges ist aber unabdingbar, da Erdmännchen nicht nur wahre Sonnenabeter sind, sondern aufgrund der in freier Natur reichlich vorhanden Attacken durch Greifvögel stets den Himmel beobachten. Isz dies bei reiner Innehaltung nicht möglich, bleibt nicht selten der Nachwuchs aus, auch erscheine die Tiere dauerhaft gestresst. Mit trockener Kälte kommen Erdmännchen recht gut zurecht, bei nasskalter Witterung bevorzugen sie jedoch meist den Aufenthalt in klimatisierten Innenraum. Um den Aufenthalt im Außenbereich während der kälteren Jahreszeit möglichst angenehm zu gestalten, empfiehlt sich das Schaffen eines witterungsgeschützten Liegeplatzes sowie das Anbringen eines oder mehrerer Wärmestrahler.

Als Bodengrund hat sich Sand bewährt, wobei die Dicke der Bodenschicht im Innenraum etwa 15 - 20 cm betragen sollte, wenn ein Außengehege zur Verfügung steht, in welchem die Tiere auch ausgiebig graben können, was auch für die Pflege der Krallen wichtig ist. Damit der Bodengrund im Außengehege auch bei andauerndem Regen mit matschig wird, ist es empfehlenswert, roten Tennisplatzsand unterzumischen. Dieser besetht aus geriebenen Tonziegeln und kann Wasser sehr gut speichern, zusätzlich gibt es dem Bodengrund Stabilität, sodass gegrabene Baue nicht so schnell einstürzen. Um ein Entweichen aus dem Außengehege zu verhindern muss dieses unbedingt vor Untergraben geschützt werden, z.B. durch das Einbringen von verzinktem Draht, auf den dann die Bodenschicht in entsprechender Dicke aufgebracht wird. Dauerhafter und sicherer ist jedoch die Sicherung durch eine betonierte Bodenplatte oder Gehwegplatten, auf die dann eine Bodenschicht von 50 – 100cm aufgebracht wird. Wichtig ist in dem Fall, dass eine ausreichende Drainage vorhanden ist, damit es nicht zu Staunässe im Bodengrund kommt.

Viele Halter verwendern aber eine weniger dicke Bodenschicht, was zwar bedeutet, dass die Erdmännchen dann nicht mehr so ausgiebig graben können, es besteht aber auch keine Gefahr, dass die unterirdischen Gangsysteme bei Betreten durch den Halter einstürzen und dann schlimmstenfalls Tiere begraben können. Ein Kompromiss ist es, nur eine bestimmte Ecke des Geheges mit einer entsprechend dicken Schicht Bodengrund auszustatten und im restlichen Gehege eher auf geringere Schichtdicken Sand zu setzen.
Gestaltung des Geheges
Erdmännchen baruchen ausreichend Abwechslung und Beschäftigungsmöglichkeiten, weshalb die Einrichtung des Geheges abwechslungsreich gestaltet sein muss. Große Findlinge oder auch Wurzelstöcke und Baumstämme dienen der Strukturierung des Geheges und werden gerne als erhöhte Aussichtsplattform genutzt.
Wer Wert auf eine möglichst habitatnahe Unterbringung seiner Pfleglinge legt, kann mit etwas Geschick auch einen künstlichen Erd- oder Termitenhügel erstellen, der als Bau für die Erdmännchen dient. Hier ist aber auf einen entsprechenden Zugang zu achten, um die anfallenden Reinigungsarbeiten ohne größeren Aufwand durchführen zu können.

Fütterung
Als Grundfutter für Erdmännchen sind Eintagsküken und Mäuse gut geeignet und werden gerne angenommen. Daneben können Heuschrecken und Mehlwürmer angeboten werden. Werden diese in mit Heu gefüllten Kartons angeboten, die nur über zwei kleinere Öffnungen verfügen, sind sie auch eine ideale Beschäftigung für die neugierigen Mangusten. Auch ganze Hühner oder Kaninchen, die leicht erhöht aufgehanden werden, dienen der Beschäftigung.
Hart gekochte Eier sind eine gute Ergänzung des Futterplans, wobei die mangustentypische Schleudertechnik zum Öffnen der Schale von Erdmännchen nicht angewandt wird, sodass es sinnvoll ist, die Schalen der Eier vor dem Verfüttern leicht einzudellen.  In geringen Mengen an auch Katzen- oder Hundefutter gereicht werden, im Sinne der Zahngesundheit sollten aber nur Sorten ohne Karamell verfüttert werden. Edmännchen fressen  auch süßes Obst. Bananen, Trauben, überreife Birnen oder Melonen sind dabei der echte Renner und können zur Erweiterung des Speiseplans und zur Sicherstellung der Vitaminversorgung gereicht werden. Ebenso kann kleingeschnittenes Gemüse wie Paprika und Gurke verfüttert werden.

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