Langohrigel

Langohrigel
Thallomys paedulcus

Haltung - Fütterung - Zucht
Igelhaltung liegt derzeit absolut im Trend. Wer die Anzeigen auf den einschlägigen Internetseiten verfolgt, wird von den Angeboten dort geradezu erschlagen. Vor allem die Weißbauchigel mit ihrer inzwischen unüberschaubaren Anzahl an Farbvarianten erfreuen sich großer Beliebtheit. In ihrem Schatten hat sich eine weitere Art - der ägyptische Langohrigel (Hemiechinus auritus) - als Heimtier etabliert. Seine namensgebenden Ohren geben dem Igel ein bizarres Aussehen und wecken so schnell den Wunsch, ein solches Tier zu erwerben. Allerdings gilt es sich vor dem Kauf intensiv mit den Bedürfnissen der Triere auseinanderzusetzen, denn nur so kann verhindert werden, dass eventuelle Erwartungen enttäuscht werden.
Ein wichtiger Hinweis in Bezug auf die Unterbringung ist die Einzelhaltung, da Langohrigel grundsätzlich solitär leben und anders als die inzwischen domestizierten Weißbauchigel keine Artgenossen in ihrem Revier dulden. Das Gehege darf eine Grundfläche von 2 qm nicht unterschreiten, da Igel insgesamt sehr bewegungsfreudige Tiere sind. Die Unterbringung erfolgt am besten in entsprechend großen Terrarien oder selber gestalteten Gehegen. Kaninchengehege sind nicht igeltauglich, auch wenn dies im amerikanischen Raum immer wieder praktiziert wird. Da sich leider viele Internetseiten auf die Haltungserfahrungen in Amerika stützen, ist hier die Beratung oft mangelhaft.
Nicht vernachlässigen darf man auch die strikte Nachtaktivität der Langohrigel. Sie sind somit ideal für Berufstätige, die sich nach Feierabend an dem natürlichen Verhalten ihres Pfleglings erfreuen wollen, denn ein Kuscheltier ist der Igel sicherlich nicht.

Auch die im Vergleich zu anderen Kleinsäugern höheren Futterkosten müssen bedacht werden, da Igel als Insektenfresser einen enormen Stoffwechsel haben und regelmäßig Lebendfutter benötigen. Katzenfutter ist als Ersatzfutter nur geeignet, wenn es keinen Zusatz an Karamell enthält, da ansonsten Zahnprobleme vorprogrammiert sind. Heuschrecken, Mehlwürmer und Eintagsküken sind hingegen ideale Futtermittel.

Inzwischen gibt es auch spezielle Igelfuttermischungen namhafter Hersteller, sodass auch Halter, die sich nicht überwinden können Küken zu füttern, ihren Igel bedarfsgerecht versorgen können. Die Art der Ernährung hat auch auf die Ausscheidungen der Tiere Einfluss. Überwiegend mit Katzenfutter ernährte Langohrigel haben meist einen sehr flüssigen überriechenden Kot, während dieser mit zunehmendem Insektenanteil deutlich fester wird und auch die Geruchsentwicklung nachlässt.

Aufgrund der flüssigeren Ausscheidungen muss dem Bodengrund eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sinnvoll ist es, ein oder zwei Ecktoiletten aufzustellen, da diese meist von den Igeln angenommen werden, dies ist aber nicht immer der Fall. Zur Geruchsbindung kann man hierbei auf hochwertiges Katzenstreu zurückgreifen. Der restliche Gehegeboden sollte mit einer Mischung aus Terrariensand und -erde aufgefüllt werden, da dies eine natürlicheren Untergrund als Kleintierstreu schafft und die empfindlichen Füße der Tiere schützt.
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