Bild-Zeitung

Bild-Zeitung

Leider hat Öffentlichkeitsarbeit auch negative Seiten. Diffamierende Berichterstattung und ihre Folgen

Am 5.6.2014 erschien folgender Artikel über mich in der Bild-Zeitung:

Alles begann damit, dass mich ein Anruf des Ordnungsamtes meiner Heimatstadt am Arbeitsplatz erreichte. Man hatte früh morgens ein Känguru in einem Wohngebiet aufgegriffen und erbat von mir Hilfe bei der Suche nach dem Besitzer. Aufgrund der Beschreibung des Tieres (Ohrmarke) stellte sich dann heraus, dass es sich eindeutig um ein Tier von mir handelte. Dieses musste den 2m hohen und mit Strom gesicherten Zaun überwunden haben und war dann über einige Wiesen letztlich in das Wohngebiet gelangt, wo es ein Zeitungsbote entdeckte. Das Ordnungsamt teilte mir mit, dass sich das Tier beim Tierarzt befinden würde, da es eine leichte Verletzung am Bein habe und bat mich, es dort abzuholen. Dies tat ich, wobei sich die Verletzung als kaum sichtbarer Kratzer erwies.

Kaum Zuhause brach dann ein Mediensturm sondern Gleichen über mich herein. Ständig klingelte das Telefon, es wurde an der Tür Sturm geklingelt und selbst auf meinem Arbeitsplatz wurde angerufen. Da ich nichts zu verbergen habe, vereinbarte ich für den Nachmittag einen Termin, an dem die Presse meine Gehege besichtigen konnte. Ich hoffte damit wieder für Ruhe zu sorgen, zumal auch meine Nachbarn inzwischen davon genervt waren, dass ständig Reporter versuchten über ihr Grundstück zu klettern, um an meine Gehege zu gelangen.

Gesagt, getan. Zu dem vereinbarten Termin erschienen ein Vertreter der örtlichen Lokalpresse sowie eine Vertreterin der BILD-Zeitung nebst Fotograf. Ich zeigte ihnen meine Anlage und bezog dazu Stellung, dass es werde mir noch anderen Fachleuten ersichtlich war, worum das Känguru aus dem Gehege gesprungen war, dass aber, um solches zukünftig zu vermeiden, das Tier in ein anderes Gehege vermittelt werde. Während des gesamten Besuchs betonte die Reporterin der BILD-Zeitung wie toll sie die Anlagen finde und das es lobenswert sei, dass ich auch verwaiste Wildtiere aufnehmen und großziehen würde. Dies wolle sie in dem Artikel auch darstellen. Aufforderungen doch mal ein Tier auf den Arm zu nehmen, lehnte ich mehrfach ab und betonte, dass es sich bei meinen Tieren um Wildtiere handelt, die nicht zahm und auch nicht dressiert seien, denn daran wäre mir nicht gelegen.

Am nächsten Tag erschien in der lokalen Presse ein neutraler Artikel, der über die Känguruflucht und meine Tiere berichtete. Der Hammer folgte einen Tag später. Die Bild-Zeitung berichtete groß von verdreckten, zu kleinen Gehegen, in denen Tiere zusammengepfercht wären. Auch wurde das Veterinäramt zitiert, dass sie nichts von meiner Haltung wüssten und diese nicht genehmigt sei. Nun hatte ich das Veterinäramt erst vor einem halben Jahr bei mir, nachdem ich sie dazu eingeladen hatte. Auch haben sie einen Gehegeplan sowie eine Bestandsliste von mir. Außerdem habe ich dort schon vor 30 Jahren eine Genehmigung zur Zucht von Papageienvögeln beantragt. Bisher gab es seitens der Behörden keinerlei Beanstandungen, im Gegenteil, die Anlagen wurden für gut befunden.

Besonders absurd war der Vorwurf der zu kleinen Gehege, denn alle entsprechen dem Gutachten zur Haltung von Säugetieren und übertreffen die dort angegebenen Größen teilweise sogar erheblich. Natürlich riechen meine Tiere, es sind schließlich Raubtiere, aber weder stinkt es nach Kot noch nach Urin. Da ich eine private Haltung betreibe, putze ich auch nicht jeden Tag die Scheiben der Gehege, von verdreckten Gehegen und unhaltbaren Zuständen zu berichten ist aber so nicht haltbar.

Interessant war, dass die Fotos des Artikels alle bei mir gemacht worden waren, aber weder zu kleine Gehege noch Dreck oder kranke Tiere zeigten, im Gegenteil.

Kaum war der Artikel erschienen, brach eine erneute Medienflut über mich herein. Unter anderem meldete sich das lokale WDR-Studio und wollte die Behauptungen des Artikels überprüfen. Da ich immer noch nichts zu verbergen hatte, lud ich das Fernsehteam ein. Diese filmten in meiner Anlage und kamen zu einem ganz anderen Schluss als die BILD-Zeitung. Auch das Veterinäramt äußerte sich in dem Beitrag und bestätigte, dass man meine Haltung kennen und regelmäßig überprüfen würde und es bisher keine Beanstandung gegeben habe.

Als Fazit aus dieser Sache bleibt mir, dass ich auch weiterhin offen mit meinem Hobby umgehen werde, denn die Reaktionen auf den diffamierenden Artikel hat mir gezeigt, dass wenn man offen ist und bleibt letztlich der Schmutz immer auf den zurückfällt, der ihn geworfen hat.

P.S. Natürlich hat das Veterinärmat meine Anlage kontrolliert - ohne Beanstandung!

Übrigens - kurze Zeit später erschien dieser Artikel:
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